Internet Trends 2019: Menschen bevorzugen negative Inhalte

Seit 1995 veröffentlicht die renommierte Analystin und erfolgreiche Risikokapitalgeberin Mary Meeker ihren Report „Internet Trends“, welcher mittlerweile zu einem Standardwerk in der Internetwirtschaft geworden ist. Falls Sie sich fragen, wer Mary Meeker ist. Sie gehört zu den einflussreichsten Personen in der Techbranche. Denn sie, so sagt man, erkennt Trends, bevor es Trends sind und mit diesem Wissen investiert sie seit Jahrzehnten erfolgreich Venture Capital.

Im diesjährige Report hat sie auf 333 Folien die relevanten Trends der Techbranche untersucht und eingeordnet. Im Prinzip ist der Report in seiner Gänze zu empfehlen, denn er gibt den besten Überblick und eine sehr gute Einschätzung zu dem was online, in Social Media und im Techbereich passiert bzw. wohin es sich bewegt. Zum vollständigen 333 Folien umfassenden Report gelangen Sie hier.

Da Sie wahrscheinlich weder Zeit noch Muse dafür haben, die 333 Folien von Mary Meekers Report zu lesen, habe ich die meiner Meinung nach 10 relevantesten Erkenntnisse herausgefiltert und in acht Artikeln kommentiert aufbereitet.

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8. Menschen bevorzugen negative Inhalte. Warum also nicht mit negativen Content Marketing Social Media hacken?

Einer der wichtigsten Punkte und gleichzeitig etwas, was wir alle (mich eingeschlossen) wohl am wenigsten wahrhaben wollen ist die Tatsache „Menschen bevorzugen negative Nachrichten.“  Mary Meeker zeigt in ihrem Report kurz auf, dass negative Nachrichten die Medienlandschaft schon immer dominierten, und zwar weil die Menschen es so wollen. Das war im Zeitungszeitalter der Fall, im Fernsehzeitalter und ist es auch in Zeiten von Social Media.

Im Report wird auf eine Studie von Marc Truller & Stuart Soroka verwiesen, welche das belegt, was auch meine Wahrnehmung ist. Menschen erklären beständig, dass die Nachrichten immer nur die schlechten Dinge der Welt zeigen und viel zu wenig die positiven Ereignisse hervorheben. Aber trotzdem beschäftigen wir uns bei Gesprächen zum Weltgeschehen primär mit Kriegen, Katastrophen und anderen kritischen Nachrichten. Und dabei nehme ich mich selbst keineswegs heraus.

Die Frage ist, warum ist das so? Und die Antwort ist der „Negativity Bias“. Kurz gesagt besitzen negative Dinge nachweislich einen größeren Einfluss auf unser Denken und Verhalten als neutrale oder positive Dinge. Diese Negativitätsverzerrung wurde in vielen Bereichen untersucht, etwa im Zusammenhang mit Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis sowie Risikoüberlegungen und Entscheidungsfindungen. Der Grund liegt laut aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in unserer Natur, denn vor tausenden von Jahren war es überlebenswichtig, wenn man sich merkte, wo die giftigen Früchte wuchsen oder gefährlichen Tiere lebten.

Wenn wir das bedenken, müssen wir zwangsläufig die Frage stellen, ob Feel-Good-Inhalte in der Versicherungskommunikation tatsächlich richtig sind? Und die Antwort kann nur lauten, sie sind es nicht. Insbesondere nicht in der Social Media Kommunikation, bei der man im Newsfeed der Zielgruppe nur Sekunden hat, um sich einzuprägen. Denn wenn sich Menschen um ein Vielfaches stärker mit Negativem befassen und wenn man sie mit negativen Inhalten auch leichter und intensiver erreichen kann, dann muss man entsprechende Inhalte kommunizieren.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Sie sollen nicht mit dem berühmt berüchtigten Sargdeckel klappern. Sie sollen auch keine Depressionen schüren und erklären, dass die ganze Welt schlecht, böse und gemein ist. Nein, aber Sie sollten ebenso wenig Wohlfühlinhalte bzw. belanglose Entertainmentinhalte kommunizieren sollte. Sondern Sie sollten sich auf das konzentrieren, was die eigentliche Aufgabe der Versicherungsbranche ist. Und zwar Risiken erkennen, Risiken kommunizieren und vor Risiken schützen. Punkt eins und drei werden seit eh und je gemacht. Punkt zwei sollte in der Online- und besonders in der Social Media Kommunikation forciert werden.

Sie benötigen Schulungen, Workshops oder fundierte Beratung beim Thema „Onlinemarketing in der Versicherungsbranche“? Denken Sie immer daran, Sie haben ein As im Ärmel!

Jahresreport 2018: Die Aktivitäten der Assekuranz im #Neuland 2018

Eine Vielzahl an Beispielen von Content Marketing in der Assekuranz finden Sie im Jahresreport 2018. Alles auf einen Blick. Alles in einem Report. Alles was Sie über die Aktivitäten der Assekuranz im #Neuland 2018 wissen sollten. Zahlen, Daten, Fakten, Best Practice Beispiele und ein Füllhorn an Inspiration.

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Posted on 15. August 2019 in Blog, Content Marketing, Krankenkassen, Mary Meeker Report, Versicherungen

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About the Author

MarKo Petersohn ist seit 2012 das As im Ärmel der Assekuranz im #Neuland. Er schult und berät Versicherer und Vermittler für erfolgreiche Kommunikation in den neuen Medien. Außerdem ist er Veranstalter des OMGV-Bootcamp und der NextLevel-Konferenz. Er ist Mitbegründer der Onlinemarketinggesellschaft für Versicherungsvermittler (OMGV) und Initiator des OMGV Award, welcher seit 2018 auf der DKM verliehen wird. Zusätzlich ist er als Autor und Keynote-Speaker tätig, Dozent im Auftrag des Bildungsministeriums NRW und des BWV Bildungsverband für „Digitale Kommunikation bei Versicherern“ und besitzt einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zum Thema „Medienwissenschaften und Kommunikation“.

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