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IGTV in der Assekuranz 2018: Ein Resümee und das erste IGTV-Magazin der Versicherungsbranche

Im Sommer launchte Instagram IGTV und wurde von vielen Experten direkt als DER YouTube-Killer bezeichnet. Ein halbes Jahr ist vergangen und damit Zeit für ein erstes Resümee. Wie viele Versicherer nutzen bisher IGTV? Wie viele vertikale Videos wurden bisher veröffentlicht? Und wer hat schon ein IGTV-Magazin veröffentlicht?

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Am 20. Juni diesen Jahres verkündete Instagram auf seinem Presse-Event nicht nur die Zahl von einer Milliarde monatlicher Nutzer, sondern gleichzeitig den Launch von Instagram TV (IGTV). Was wahrscheinlich das wichtigste neue Features seit dem Stories-Format für die Plattform ist. Mit IGTV startete Instagram eine neue App, in der Nutzer vertikal und bildschirmfüllend auf ihrem Smartphone bis zu eine Stunde lange Videos sehen können.

In den darauffolgenden Tagen war nahezu überall zu lesen, dass Instagram jetzt zum großen Angriff ansetzt. Mit IGTV hätte das soziale Netzwerk nun einen „YouTube-Killer“ auf den Markt gebracht. Denn auf der einen Seite verfügt man über mehr als eine Milliarde monatliche aktive Nutzer, die jünger und aktiver als bei Facebook, YouTube und Co. sind. Auf der anderen Seite steht der Trend zu Video-Inhalten, die verstärkt mobil abgerufen werden.

Diese Kombination biete zweifellos viel Potential, aber schuf auch gleichzeitig eine hohe Erwartungshaltung. Und diese wurde in den ersten Monaten nicht sofort eingelöst. Gerade einmal zwei Monate nach Start des Formats erklärte bspw. der Journalist Martin Hoffmann, dass kaum ein IGTV-Inhalt deutscher Publisher (Tagesschau, SZ, Bild etc.) den fünfstelligen View-Bereich erreichen würde.

Ganz ähnlich fällt die Basic-Thinking-Analyse Mitte November aus. Das Fazit war

Unsere kleine Analyse zeigt nach rund sechs Monaten: IGTV ist (noch) nicht zum YouTube-Killer geworden. Das liegt einerseits an den geringen View- und Kommentar-Zahlen und andererseits an der Kürze der Videos. Ob Influencer oder Medium: Instagram TV wird derzeit eher als Ergänzung zu den Instagram Stories gesehen. Lange und vor allem qualitativ hochwertige Inhalte finden sich bei IGTV nicht. Es wäre falsch, das Projekt als gescheitert zu bezeichnen. Ein Erfolgsformat ist es jedoch auch nicht.“

Und auch eine aktuelle Studie zum Umgang der Bundesliga-Vereine mit IGTV kommt zu dem Schluss: Dass bisher „kein deutscher Fußballproficlub weitreichende Relevanz via IGTV erzeugt. Weder durch Content-Kreativität noch durch Regelmäßigkeit.“

Stand heute scheint IGTV Summa summarum mehr Flop als YouTube-Killer zu sein. Zumindest wenn man den Einschätzungen der Onlinemarketinggemeinde folgt. Was wir aber nicht tun.

Die wirkliche IGTV Revolution

Wie wir im #Neulandreport 06/18 „Instagram & Stories in der Assekuranz“ beschrieben, wird man IGTV nicht gerecht, wenn man es als einen bloßen „Angriff auf YouTube“ versteht. Ganz abgesehen von der überzogenen Erwartungshaltung, dass Instagram sofort zum YouTube-Killer aufsteigt, wird es der Videoplattform zweifellos langfristig Konkurrenz machen. Vor allem wenn man bedenkt, dass IGTV-Videos erst seit kurzem in der Instagram-Desktop-Version angezeigt werden. Einer der nächsten Schritte wird sein, dass man sie in Webseiten und Artikel einbetten kann. Was zur Verbreitung des Formates beitragen wird und dazu führt, dass Instagram und IGTV sukzessive Marktanteile gewinnt.

Was allerdings nur ein Nebeneffekt des Formates sein wird. Denn tatsächlich betrifft es nicht nur YouTube, sondern jeden Nutzer und jede Marke im mobilen Internet. Mit IGTV verlieren Videos die Breite des Bildes und führen zu einem größeren Fokus auf Personen. Instagram fordert und fördert mit seiner neuen Funktion einen neuen Erzählstil für mobile Inhalte, vertikale Geschichten im Hochformat. Und wie zur Bestätigung dieser Prognose hat die ProSiebenSat.1-Gruppe Mitte November die neue Business Unit „Vert – The Vertical Content Division“ eingerichtet.

Laut der W&V leitet sich der Name „von vertikalem Mobile-Content im Format 9:16 ab, der bei jungen Zielgruppen und Werbetreibenden hoch gefragt sei, heißt es in der Ankündigung vom Donnerstag. Das Vorhaben begründet ProSiebenSat.1 mit einer aktuellen Prognose von eMarketer: Demnach sollen die Werbebudgets in den kommenden zwei Jahren weltweit allein auf Instagram um 130 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro steigen. Befeuert werde die Prognose durch den Launch des Features InstagramTV (IGTV), das im Juni 2018 gestartet ist. Seither habe sich der Video-Content auf der Plattform signifikant erhöht, betont das Medienhaus.“

Wie gehen Versicherungen mit dem neuen Format und der neuen Plattform um?

Zum Start von Instagram Videoplattform experimentierten, mit der Swiss Life Schweiz und Canada Life, direkt zwei Versicherer mit dem neuen Format und zeigten in Best Practice Manier was man bei vertikalen Videos bedenken muss.

Mittlerweile haben insgesamt 12 Versicherer der D-A-CH-Region zusammen 40 IGTV-Videos veröffentlicht, wovon die Techniker und AOK Rheinland/Hamburg mit jeweils 6 am aktivsten sind. Schaut man sich die Videos genauer an, zeigt sich, dass nur 2/3 der Videos im für den Kanal optimierten vertikalen Format veröffentlicht wurden, die restlichen sind entweder im Querformat oder sogar im Querformat für die vertikale Ansicht, was bedeutet, dass sehr viel Platz des Displays verschenkt wird und das Video im „Briefmarke-Format“ erscheint.

Im Allgemeinen scheinen die meisten noch mehr oder weniger mit dem neuen Format zu experimentieren. Die AOK Rheinland/Hamburg geht dabei jedoch einen ganzen Schritt weiter, als der Rest und launchte im September direkt das IGTV-Magazin #REPOST. Welches ein AOK-Magazins VIGOZONE ist und sich speziell an Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren richtet.

„Die altersgerechte Ansprache ist uns auch bei jungen Zielgruppen sehr wichtig“, sagt Simone Schroers, Geschäftsbereichsleiterin Medien bei der AOK Rheinland/Hamburg. „Denn eines Tages, wenn diese jungen Menschen vor der Wahl einer Krankenkasse stehen, werden Sympathien und positive Assoziationen ihre Entscheidung beeinflussen. Da hilft es uns, neue Kanäle als First Mover zu erschließen.“

Am Freitag erfahren Sie im zweiten Teil, welche Versicherer auf IGTV aktiv sind, wie und mit welchem Erfolg.

Jahresreport 2018: Die Aktivitäten der Assekuranz im #Neuland 2018

Jahresreport 2018 - Die Aktivitäten der Assekuranz im #Neuland 2018 - Leseprobe-watermark

Wenn Sie wissen möchten, wo die Assekuranz im vergangenem Jahr überall aktiv war, wie und womit Versicherungen und Krankenkassen auf den einzelnen Plattformen agierten und mit welchem Erfolg, dann ist der Jahresreport 2018 genau das Richtige für Sie.

Alles auf einen Blick. Alles in einem Report. Alles was Sie über die Aktivitäten der Assekuranz im #Neuland 2018 wissen sollten finden Sie hier. Zahlen, Daten, Fakten, Best Practice Beispiele und ein Füllhorn an Inspiration.

 

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Posted on 10. Dezember 2018 in Blog, IGTV, Instagram, Krankenkasse, Versicherung, Video

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About the Author

MarKo Petersohn ist sowohl Magister im medienwissenschaftlichen Studiengang Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, als auch ausgebildeter Informatikkaufmann und New Media Producer. Nachdem er mehrere Jahre in einer Agentur für das Onlinemarketing verschiedener Versicherer verantwortlich war, hat er sich im April 2012 mit „As im Ärmel“ selbstständig gemacht. Seitdem ist er mit seinem Unternehmen das As im Ärmel der Assekuranz bei der Kommunikation in der neuen Medienwelt. Auf Basis medienwissenschaftlicher Methoden analysiert und berät er seitdem Versicherungen und Makler deutschlandweit in ihrer Online-Kommunikation und verbessert sie messbar. Zusätzlich ist MarKo Petersohn als Autor und Referent in der Versicherungsbranche aktiv und besitzt seit dem Sommersemester 2015 einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft für die Themen „Medienwissenschaft" und "Transmedia Storytelling“.

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