Aus mobil first wird voice first

All meine Kunden und jegliche Personen, die einen meiner Vorträge oder Workshops besucht haben wissen, dass ich erst sehr spät in die Versicherungsbranche reingestolpert bin. Ich gehöre immer zu denjenigen in einem Raum, die am wenigsten Ahnung von Versicherungen haben. Denn erst mit 30 kam ich beruflich mit der Assekuranz in Kontakt. Vorher war ich nur ein ganz normaler Versicherungskunde.

Gleichzeitig gehöre ich allerdings auch stets zu denjenigen im Raum, welche die meiste Ahnung von Medien. Denn ich bin gelernter Medienwissenschaftler, Soziologe, New Media Producer und habe ein halbes Jahrzehnt in verschiedensten Medien gearbeitet. Was bedeutet, ich nehme mediale Signale von Haus aus anders wahr als Versicherungskaufleute oder Betriebswirte. Ich habe einen gänzlich anderen Blick auf Kommunikation, Medien und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Entwicklungen.

Nehmen Sie es mir nicht übel Herr Petersohn

Sie fragen sich, warum ich Ihnen das erzähle? Weil ich am Mittwoch wieder daran erinnert wurde. Denn ich führte ein Gespräche, welches ich nahezu 1 zu 1 schon einmal vor acht, neun Jahren führte. Im Sommer 2010 begann ich in einer Onlineagentur und war durch Gottes glückliche Fügung für die Beratung von Versicherungen zuständig. Es kann auch sein, dass es Gottes Sinn für Humor war. So oder so war das der Punkt an dem ich erstmals mit der Versicherungsbranche beruflich in Kontakt kam.

Sommer 2010 bedeutet, es war 3,5 Jahre nachdem Steve Jobs das iPhone vorgestellt hat. Und das wiederum bedeutet, dass das Smartphone bisher erst 12 Jahre existiert und in der Zeit die gesamte Welt revolutioniert hat. Die Internetnutzung passiert heutzutage nahezu vollständig oder zumindest primär auf dem mobilen Endgerät. Und das war mir 2010 auch schon bewusst. Nicht weil ich sonderlich begabt bin, sondern weil es mit dem Blick eines Medienwissenschaftlers vollkommen logisch war.

Deshalb empfahl ich auch damals schon beim Relaunch von Webseiten stets, dass man diese auch für mobil optimieren müsste. Und es folgte immer die gleiche Reaktion. Man stimmte mir zwar zu, dass ich Ahnung von Medien hätte, aber halt keine von der Versicherungsbranche. Das Originalzitat eines Versicherungsvorstandes war wie folgt:

„Herr Petersohn, nehmen Sie mir das bitte nicht übel. Es kann ja schon sein, dass die Menschen immer mehr das Smartphone nutzen, aber in der Versicherungsbranche ist das etwas anderes. Keiner wird sich auf dem kleinen Bildschirm etwas über Versicherungen durchlesen. Da nimmt man doch lieber die Webseite am PC.“

Nun haben wir 2019 und die meisten Webseiten der Assekuranz sind nicht nur für mobil optimiert, sondern der Trend geht immer mehr zu mobil first. Man designt sie in erster Linie für die mobile Nutzung. Denn Menschen informieren sich sehr wohl auf dem kleinen Bildschirm über Versicherungen. Und das bedeutet auch, dass man die Inhalte an den Bildschirm anpassen muss.

Wie relevant mobile Webseiten mittlerweile sind, erkennt man nicht zuletzt daran, dass Google bei Suchanfragen via Smartphone schon seit April 2015 berücksichtigte ob Webseiten für Smartphones optimiert sind oder nicht. Nicht-optimierte Seiten wurden seitdem schlechter gerankt. Seit März 2018 nutzt Google die mobile Version einer Seite als Hauptindex für die Evaluation von Webseiten und die Ermittlung der Rankings. Was bedeutet, ist eine Webseite nicht für mobil optimiert, wird sie auch bei der PC-Nutzung schlechter gefunden.

Aus mobil first wird voice first

Nahezu identische Gespräch wie das vor acht, neun Jahren, führe ich mittlerweile wieder. Dieses Mal wird mir allerdings nicht erklärt, dass sich keiner auf dem kleinen Bildschirm etwas über Versicherungen durchlesen wird, sondern, dass niemand mit einem Sprachassistenten über Versicherungen reden wird bzw. via Sprachsuche danach suchen wird.

Aber stimmt das wirklich? Ich weiß, dass diese Vorstellungen für die meisten absurd klingt. Nur weiß ich auch, dass kein technisches Endgerät den Massenmarkt schneller erobert hat, als das Smartphone. Bis die Smartspeaker kamen! Während das Smartphone noch fünf Jahre benötigte, um 50 % der Bevölkerung zu erreichen, haben es Smartspeaker in vier Jahren geschafft.

Wenn Sie mich fragen, steht es außer Frage, dass die Zukunft in der Sprache liegt. Denn nichts ist einfacher und bequemer als Sprache. Schon heute werden 3,25 Milliarden Sprachassistenten weltweit genutzt.

Die Prognose für 2023 liegt bei 8 Milliarden.

 

Aber es sind nicht nur die Sprachassistenten. So wie Sie sich heut der Großteil Deutschlands kein Leben mehr ohne Smartphone vorstellen kann, wird in wenigen Jahren die Vorstellung einer Welt ohne Sprachassistenten, Sprachsteuerung, Sprachsuche, Einkaufen via Sprache etc. usw. unvorstellbar sein. Dabei reden wir nicht von Jahrzehnten, sondern schon in einer Dekade dürfte dies der Fall sein. Wahrscheinlich kürzer, wenn man sich die folgenden Zahlen vergegenwärtigt.

  • 2020 werden laut einer comscore-Studie die Hälfte aller Suchanfragen bei Google via Voice erfolgen.
  • 2017 wurden bereits Produkte im Wert von 2 Milliarden via Voice gekauft. Und das nur in den USA & UK. Im Jahr 2022 rechnet man mit 40 Milliarden. Nur in den USA & UK! Schon heute kann man Versicherungen via Alexa in wenigen Sekunden abschließen. Auch in Deutschland.
  • 2019 werden über 3 Milliarden Geräte weltweit via Sprachassistenten genutzt werden können. Schon 37% der Deutschen nutzt sie .

Dass Menschen sich in Zukunft via Sprache über Versicherungen informieren werden steht außer Frage. Ebenso wenig, dass sie einfache Versicherungen auch via Sprache abschließen werden. Was seit dem letzten Jahr auch schon möglich ist, wie die Deutsche Familienversicherung belegt.

Nimmt man alle Indizien zusammen (und die in diesem Artikel vorgestellten sind nur ein Bruchteil davon), dann steht es völlig außer Zweifel, dass das gesprochene Wort die Onlinekommunikation der Zukunft dominieren wird. Die entscheidende Frage lautet für Versicherungen nicht, ob Sie sich mit dem Thema beschäftigen müssen, sondern nur ab wann. Ist es ab heute oder erst in ein paar Jahren.

Sie möchten einen Überblick über den Stand bei Voice Search, Sprachassistenten, Sprachnachrichten, Voice-Commerce und allen anderen relevanten Themengebieten, die in ihrer Gesamtheit die zukünftige Onlinedominanz des gesprochenen Wortes ankündigen? Sie fragen sich, welche Auswirkungen hat es auf die Gesellschaft und die Versicherungsbranche, wenn das gesprochene Wort in Zukunft das Web dominiert? Und was kann man schon heute machen, um vorbereitet zu sein? Denken Sie immer daran, Sie haben ein As im Ärmel!

Sie möchten alles darüber wissen, was die Assekuranz 2018 im #Neuland machte?

Wenn Sie wissen möchten, wo die Assekuranz im vergangenen Jahr überall aktiv war, wie und womit Versicherungen und Krankenkassen auf den einzelnen Plattformen agierten und mit welchem Erfolg, dann ist der Jahresreport 2018 genau das Richtige für Sie.

Alles auf einen Blick. Alles in einem Report. Alles was Sie über die Aktivitäten der Assekuranz im #Neuland 2018 wissen sollten finden Sie hier. Zahlen, Daten, Fakten, Best Practice Beispiele und ein Füllhorn an Inspiration.

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Posted on 23. April 2019 in Alexa, Audio, Audiocalypse, Sprachsteuerung, sprachsuche, Voice

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About the Author

MarKo Petersohn ist seit 2012 das As im Ärmel der Assekuranz im #Neuland. Er schult und berät Versicherer und Vermittler für erfolgreiche Kommunikation in den neuen Medien. Außerdem ist er Veranstalter des OMGV-Bootcamp und der NextLevel-Konferenz. Er ist Mitbegründer der Onlinemarketinggesellschaft für Versicherungsvermittler (OMGV) und Initiator des OMGV Award, welcher seit 2018 auf der DKM verliehen wird. Zusätzlich ist er als Autor und Keynote-Speaker tätig, Dozent im Auftrag des Bildungsministeriums NRW und des BWV Bildungsverband für „Digitale Kommunikation bei Versicherern“ und besitzt einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zum Thema „Medienwissenschaften und Kommunikation“.

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