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Mea maxima culpa – Ein offener Brief

Werte AllFacebook-Marketing-Confernce-Besucher,

es ist jetzt 2 Tage her, dass ich auf der Bühne stand und etwas ablieferte, für das mir im besten Falle Beschreibungen wie „clownesk“, „Farce“ und „schlechter als ein Erstsemesterreferat“ einfallen.

Ich bin immer noch konsterniert und weiß noch nicht so Recht wie dieser Totalausfall passieren konnte. Ich hatte zwar noch nie vor so einer Menge referiert, aber das kann nicht als Erklärung dienen. Denn so dilettantisch hab ich mich nicht mal im ersten Semester aufgeführt und das ist schon sehr viele Jahren und Vorträge her. Irgendwann zu Beginn  gab es unerwartete Lacher und aus einem mir immer noch schleierhaften Grund, hab ich auf der Bühne in einen Comedy-Modus gewechselt und versuchte plötzlich weitere Pointen zu generieren. Was als seriöser, fast schon trocken wissenschaftlicher Vortrag gedacht war (siehe Anhang), wurde zu einem fahrigen schlechten Comedy-Act. Von all den völlig berechtigten, bitterbösen Kommentaren traf es vielleicht Klickfeuer am besten, als er meine Darbietung mit Johann König verglich. Nur ist es bei Johann König eine gewollte professionelle Performance ist und bei mir war es alles andere als professionell und gewollt.

Irgendwann während des „Vortrages“ merkte ich zwar, was ich da gerade mache, aber anstatt etwas zu ändern verhielt ich mich wie das Reh im Scheinwerferlicht. Als ich dann von der Bühne ging, wurde mir augenblicklich bewusst, was ich getan habe und es überkam mich ein unfassbares Schamgefühl. Selbst jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, schäme ich mich noch dafür. Auch wenn es meine unwürdige Darbietung in keinster Weise ungeschehen macht, möchte ich mich hiermit bei jeder / jedem Einzelnen aus dem Publikum dafür entschuldigen.

Noch mehr als beim Publikum, muss ich mich allerdings bei Phillip und Jens entschuldigen. Denn die Beiden habt eine wunderbare Konferenz geschaffen, mir eine Chance als Referent gegeben und ich habe diesen Vertrauensvorschuss nicht ansatzweise zurückgezahlt. Es tut mir unendlich leid und ich hoffe inständig, dass Ihr daraus nicht die Konsequenz zieht, in Zukunft keinen unbekannten Leuten mehr ein Podium zu bieten.

Ich möchte mich auf diesem Wege und aus tiefstem Herzen bei allen Anwesenden für diesen „Vortrag“ entschuldigen.

Mea maxima culpa

MarKo Petersohn

Anhang – Wie der Vortrag eigentlich gedacht war

„Content is King“ ist ein unbestrittener Grundsatz in der Social-Media-Kommunikation.

Wenn wir die Qualität von Content messen, dann messen wir seine Auswirkungen in Form von Interaktionen und Fanzahlen. Damit ist aber nicht mehr der Content King, sondern der Adressat des Contents der die Interaktionen generiert.

Wenn wir Content beschreiben, dann beschreiben wir bisher seine Verpackung in Form von Bild, Text oder Video. Damit ist aber nicht der Content, sondern der Container King.

Die Frage ist lautet: Wie kann man eine ergänzende Bewertung von Content vornehmen, wenn man ihn anhand von sich selbst beschreiben, ohne Fans, Likes oder die Form zu beachten? (WICHTIG: Ergänzend, nicht ersetzend!)

Die Antwort ist: Da jedes einzelne Posting einer Fanseiten, vom Prinzip her einem Nachrichtenbeitrag gleicht, können wir die Nachrichtenforschung für die Content-Analyse adaptieren.

So wie man jede Nachricht aus den klassischen Medien mit den Parametern „Was ist passiert?“, „Wann ist es passiert?“ und „Wo ist es passiert?“ beschreiben kann, so kann man auch jedes Facebook-Posting mit dien Parametern „Was ist der Inhalt des Postings?“, „Wann wurde es veröffentlicht?“ und „Wohin führt das Posting?“ beschreiben.

Da der Postingzeitpunkt auf Facebook keine Rolle für den Inhalt spielt, reichen für eine eindeutige Inhaltsanalyse die beiden Parameter „Was ist der Postinginhalt“ und „Wohin führt das Posting“.

Im Zuge unserer Analyse von Versicherungsseiten auf Facebook haben sich für „Was ist der Postinginhalt“ 6 Kategorien und für „Wohin führt das Posting“ 5 Kategorien herauskristallisiert.

Führt man die beiden Parameter mit ihren jeweiligen Kategorien in einem Diagramm zusammen, so erhält man eine Matrix von Inhaltsclustern in der jedes Posting eineindeutig verortet werden kann.

Analysiert man die deutschsprachige Versicherungsbranche auf Basis dieser Matrix, so kann man 3 Erkenntnisse gewinnen:

  • Jede Fanseite setzt ihren inhaltlichen Schwerpunkt anders.
  • Man kann mit jeder inhaltlichen Ausrichtung hohe Interaktionsraten erzielen.
  • Es sind signifikante Korrelationen zwischen den Clustern in denen man die meisten Postings veröffentlicht und den Clustern in denen man durchschnittlich die meisten Reaktionen pro Posting  erzielt zu erkennen. Daraus können wir schließen, mit meiner inhaltlichen Positionierung erreiche ich die Fans, denen diese Inhalte gefallen

Das bedeutet, Content ist tatsächlich King und zwar ein so mächtiger König, dass ich sehr genau darauf achten muss, das meine veröffentlichten Inhalte sich stark am eigenen Markenkern orientieren und nicht an den Fans. Denn Fans erreiche ich mit jedem Inhalt, aber nicht jeder Inhalt zahlt in meine Marke ein.

Deshalb „Content is King – Behalten Sie ihn im Auge!“

Posted on 1. Mai 2013 in Blog, In eigener Sache, Konferenzen

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About the Author

MarKo Petersohn ist sowohl Magister im medienwissenschaftlichen Studiengang Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, als auch ausgebildeter Informatikkaufmann und New Media Producer. Nachdem er mehrere Jahre in einer Agentur für das Onlinemarketing verschiedener Versicherer verantwortlich war, hat er sich im April 2012 mit „As im Ärmel“ selbstständig gemacht. Seitdem ist er mit seinem Unternehmen das As im Ärmel der Assekuranz bei der Kommunikation in der neuen Medienwelt. Auf Basis medienwissenschaftlicher Methoden analysiert und berät er seitdem Versicherungen und Makler deutschlandweit in ihrer Online-Kommunikation und verbessert sie messbar. Zusätzlich ist MarKo Petersohn als Autor und gefragter Referent in der Versicherungsbranche aktiv und besitzt einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zum Thema „Crossmedia und Transmedia Storytelling“.

Responses (3)

  1. Bea S
    2. Mai 2013 at 15:48 · Antworten

    WOW… so habe ich deinen Vortragen überhaupt nicht empfunden! Ich habe die von dir beschriebene Analyse der Versicherungs-Facebook-Pages als sehr lang empfunden. In diesem Teil deines Vortrages war mir nicht klar worauf du hinaus wolltest. Da die Folien alle sehr ähnlich waren, hat die Konzentration des Zuhörens abgenommen. Dieser Part hätte definitiv kürzer und zusammengefasster sein können. Als danach die Folie mit dem Fragezeichen folgte haben alle geklatscht, was wohl daran lag das wir nicht wussten was du uns damit vermitteln wolltest. Dann hast du meiner Meinung nach aber einen guten Schlenker gemacht und zu mindestens mir die wichtige Information vermittelt. Ich habe daraufhin unser Content Konzept überprüft und mir sind einige Fehler aufgefallen die mir vorher nicht ganz so klar waren. Von meiner Seite aus vielen Dank für diesen Beitrag, nervös waren wir alle schon mal, zu entschuldigen gibt es meiner Meinung nach aber nichts 

  2. MarKo
    3. Mai 2013 at 10:05 · Antworten

    Danke für diesen Kommentar Bea, scheinbar gibt wirklich den allseits bekannten Unterschied zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Wobei ich auch mit verschiedenen Konferenzteilnehmern gesprochen hatte und alle meine Meinung teilten.
    Aber es freut mich natürlich, wenn ich trotz der grausamen Darbietung (und an der Feststellung beißt die Maus keinen Faden ab) einige Dinge transportieren konnte und du euer Content Konzept optimieren konntest. Das gibt mir jetzt im Nachhinein noch ein etwas besseres Gefühl. Danke dafür.

  3. equalpayinfo
    3. Mai 2013 at 13:42 · Antworten

    Respekt. Dass ein Vortrag daneben geht kann passieren. Aber es gehört eine Menge Chuzpe dazu, dass so offen zuzugeben.

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